Klemens XIV.
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Lorenzo Ganganelli, der spätere Papst Klemens
XIV., wurde am 31. Oktober 1705 in Sant`Angelo bei Rimini geboren. Der
Sohn eines Arztes trat dem Minoritenorden bei, wirkte als Professor der
Philosophie in Pesaro und wurde 1759 Kardinal. Ihm wird
nachgesagt, dass er - nur mäßig gebildet - unter der Maske der
Liebenswürdigkeit einen schwachen Charakter verbarg. Er war von einer
ängstlichen Geheimniskrämerei, jedoch von ungewöhnlichem Ehrgeiz geprägt.
Als er erkannte, dass man als Gegner der Jesuiten schneller vorankäme,
begann er den Orden zu verfolgen, um sich so den Bourbonenmonarchen
gegenüber beliebt zu machen. Auch Kaiser Joseph II. war schon während
des Konklaves inkognito erschienen und ließ wissen, dass weder seine
Mutter Maria Theresia noch er sich gegen die Auflösung des
Jesuitenordens stellen werden. Mit dem Breve „Dominus ac Redemptor”
hob er am 21. Juli 1773 den Jesuitenorden auf und lieferte den
Ordensgeneral Lorenzo Ricci der Haft in der Engelsburg aus. Dieses Breve
soll aus dem Diktat des spanischen Botschafters stammen. Klemens XIV. führte immer ein einfaches, mönchisches
Leben unter sparsamer Hofhaltung. Unter seinem Pontifikat ließ er die
Kastration der päpstlichen Sängerknaben abschaffen. Er verstarb am 22. September 1774, möglicherweise
wurde er vergiftet. |