Benedikt XIV.

 

 

Prospero Lambertini, der spätere Papst Bendikt XIV., wurde am 31. März 1675 in Bologna geboren. Er war der Sohn eines verarmten Senators, studierte Theologie und Rechtswissenschaften in Rom, wurde 1727 Erzbischof von Ancona, 1726 Kardinalpriester von San Croce und 1727 Erzbischof von Bologna. Er ist als „Papa Lambertini” in die Geschichte eingegangen.

Dieser kluge, menschliche, gütige und von Humanität geprägte Papst mit hoher Menschenkenntnis war mit einer Vielzahl von politischen Ereignissen konfrontiert. In die Auseinandersetzungen während des Österreichischen Erbfolgekrieges, der beiden Schlesischen Kriege und des Siebenjährigen Krieges wurde er verschiedentlich hineingezogen. Er bezweifelte einerseits nicht die Erbberechtigung Maria Theresias, wurde andererseits aber auch zur Anerkennung Kaiser Karls VII. gezwungen. Erst der Tod Karls VII. beendete für den Papst diese missliche Lage. Benedikt XIV. versuchte das Volk vor Ausbeutung zu schützen. Er war vor allem ohne Überheblichkeit und Eigennutz. Weder Katholiken noch Protestanten konnten sich seiner liebenswürdigen Persönlichkeit entziehen. Er war Begründer der Accademia Liturgica und der Accademia Romana di Archeologia. Innerkirchlich reformierte er die Liturgie, die Bußpraxis, das Ehe- und Ordensrecht. Er liebte Spaziergänge durch Rom und Kontakte mit dem Volk.

Unrühmliche Worte aus Salzburg musste dieser sonst so anerkannte Papst wegen der hohen Palliumsgebühren über sich ergehen lassen. Wegen der angespannten finanziellen Lage im Erzstift machte die Aufbringung der Palliumstaxen für Rom Schwierigkeiten wie nie zuvor. Erzbischof Dietrichstein sah sich daher gezwungen, wegen einer Herabsetzung in Rom einzukommen. Darüber erzürnt, drohte der sonst so verständige und gütige Papst, er werde den Salzburger Stuhl „für erledigt” erklären und dem Domkapitel die Administration übertragen, sollte er das Geld nicht in voller Höhe erhalten. Schließlich mußte Maria Theresia die Zahlung übernehmen, wobei die zuerst geforderten 30.000 Scudi letztlich dann doch noch auf  20.000 Scudi  gesenkt wurden. Diese Kontroverse sollte im Volk nicht unbeachtet bleiben.

Während der Dult war am Kapitelhaus eine Zeichnung angeheftet, die den Papst vor einem Tisch mit Pallien und Bischofsmützen zeigte, auf den ein Bote mit einem Beutel mit 20.000 Scudi zuging und der Beischrift: „ Jetzt verkauft man zu Rom Pallien und Mützen des Bischofs, schnell entflieh ich von da, sonst verkauft man auch mich.” Mit zweijähriger Verspätung und durch das Wohlwollen Maria Theresias konnte Dietrichstein doch noch sein Pallium entgegennehmen.

Benedikt XIV. starb nach schwerem Leiden am 3.Mai 1758 im Quirinal.

 

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