Klemens XI.

 

 

Gian Francesco Albani, der spätere Papst Klemens XI., wurde am 22.Juli 1649 in Urbino geboren. Seit 1690 Kardinal, sträubte er sich zunächst gegen seine Wahl und ließ von vier Theologen Gutachten erstellen, ob man Gott beleidige, würde man nicht Papst werden wollen. Nachdem die Theologenkommission dies bejahte, nahm er dann doch die Wahl an.

Im spanischen Erbfolgekrieg wollte der Papst zunächst unparteiisch bleiben, obwohl er mehr zu Frankreich neigte als zu Leopold I.. Inzwischen war Ludwig XIV. in den spanischen Niederlanden eingefallen und besetzte auch Mantua. Die kaiserliche Armee fiel in Ferrara ein und schlug die Franzosen bei Carpi/Modena. Als Philipp V. vom Papst die Belehnung von Neapel wollte, ließ er diesen nur begrüßen - ohne ihn allerdings zu belehnen. Die Situation in Italien zog den Papst immer mehr auf die Seite Frankreichs, und dadurch fiel er beim Kaiser in Ungnade. Die Große Allianz besiegte bei Höchstädt die Franzosen und besetzte Bayern. Nach dem Tode des Kaisers setzte Joseph I.  die papstfeindliche Politik des Vaters fort. Nach Aufständen in Spanien musste Philipp V. fliehen, und Karl III. zog in Madrid ein. Nach der Schlacht von Romillies gingen den Franzosen und Spaniern das Brabant und Flandern verloren.  Mittlerweile gehörte auch ganz Oberitalien dem Kaiser. Die Armee zog durch den Kirchenstaat nach Neapel und machte dort der Herrschaft des spanischen Vizekönigs ein Ende. 1708 kam es schließlich zum Krieg mit dem Kirchenstaat. Kaiserliche Truppen besetzten Bologna, andere Städte folgten. 1709 musste Klemens einen Frieden akzeptieren, wobei er unter anderem auch Karl III. anzuerkennen hatte. Dies wiederum führte zum Bruch mit den Franzosen. Hinzu kam die neue Erbfrage nach dem plötzlichen Tod Josephs I., der in Wien den schwarzen Blattern erlag. Der Papst wollte dabei Karl III. als römischen Kaiser. Der Spanische Erbfolgekrieg endete mit einer neuen Länderverteilung im Rahmen der Friedensschlüsse von Utrecht, Rastatt und Baden. Unter Papst Klemens XI. zeigte sich deutlich, dass der Papst über keine nennenswerte politische Macht mehr verfügte.

 

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