Innozenz XII.
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Antonio Pignatelli, der spätere Papst
Innozenz XII., wurde am 13. März 1615 in Spinazzola in Apulien geboren.
Zunächst Nuntius in Florenz, dann in Warschau und Wien, wurde er 1681
Kardinal und Erzbischof von Neapel. Sein Pontifikat knüpfte endlich an Innozenz
XI. an. Der Papst führte ein vorbildliches Leben voll Güte und Milde.
Mit der Bulle „Romanum decet Pontificem” verbot er für ewige Zeiten
jedweden Nepotismus und sah er vor, dass künftig jeder neue Papst diese
Bulle zu beschwören hatte. Viele Ämter ließ er aus Kostengründen
abschaffen, der gesamte Kirchenstaat wurde reformiert. Auch seine Regierung war überschattet von den
Auseinandersetzungen mit dem französischen Staatskirchentum.
Insbesonders tolerierte der Papst die Hugenottenverfolgung in
Frankreich. Auch die Inquisition wurde nicht beseitigt. Auf Drängen des Papstes und Wilhelms II. von
England konnte der der Pfälzische Erbfolgekrieg beigelegt werden. Der
militärisch bereits geschwächte Ludwig XIV. musste Teile der
annektierten Gebiete zurückgeben. Indessen zeichnete sich das baldige
Ableben Karls II. von Spanien ab. Ludwig XIV. bemühte sich nun um die
Gunst des Papstes, um in der Frage der spanischen Erbfolge von ihm
unterstützt zu werden. Über päpstlichen Rat bestimmte Karl II. noch
die Erbfolge des Herzogs Philipp von Anjou, einem Enkel Ludwigs XIV..
Nach dem Tod Karls II. von Spanien am 11.1.1700 handelten die Franzosen,
indem Philipp von Anjou am 16.11.1700 noch in Frankreich zum König von
Spanien proklamiert wurde. Diese Situation löste den Spanischen
Erbfolgekrieg aus, der neun Jahre geführt wurde. Innozenz verstarb am 27. September 1700 im
Alter von fünfundachzig Jahren. |