Alexander VIII.
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Pietro Ottoboni, der spätere Papst Alexander
VIII., wurde am 22. April 1610 in Venedig geboren. Nach dem Studium der
Rechtswissenschaften in Padua war er unter Urban VIII. Sekretär des
Rota-Dekans, später Auditor, Kardinal und 1654 Bischof von Brescia.
Wegen seiner Liebenswürdigkeit, Klugheit und auch seines Arbeitseifers
ging er am 6. Oktober 1689 als Sieger aus der Papstwahl hervor. Sein Pontifikat verlief aber anders als
erwartet. Rasch verfiel er dem Nepotismus und verschaffte seiner
Verwandtschaft viele Ämter und Reichtümer. Der Papst, der den Gallikanismus und den
Jansenismus verurteilte, zeigte gegenüber Ludwig XIV. eine deutliche
Schwäche, indem er Avignon räumte und den Franzosen überließ. Erst
als im Oktober 1690 die Türken Belgrad zurückeroberten, zeigte er sich
zu einer Türkenhilfe an Kaiser Leopold I. bereit. Alexander VIII, dessen Pontifikat also im krassen Gegensatz zu dem seines Vorgängers verlief, verstarb am 1. Februar 1691. |