Paul V. 

 

Camillo Borghese, der spätere Papst Paul V., wurde am 17. September 1552 in Rom geboren. Sein Vater war Graf Marcantonio Borghese aus Siena. Camillo wurde im Jahre 1597 Bischof von Jesi und 1603 Kardinalvikar von Rom. 

Unter seinem Pontifikat kam es zum offenen Bruch mit der Republik Venedig, die verordnet hatte, dass keine Liegenschaft an den Kirchenstaat verkauft werden dürfe und die sich die Rechtsprechung über die Kleriker anmaßte. Paul belegte den Senat von Venedig mit dem päpstlichen Bann und die Republik mit dem Interdikt. England und Anhänger der Lehre von Calvin erhofften sich nun eine Abspaltung Venedigs von der Alten Kirche. Spanien und Frankreich vermittelten aber einen Frieden. In England kam es zu neuerlichen Verfolgungen der Katholiken. Paul V. verbot den englischen Katholiken, ihrem König den Treueeid zu leisten. König Jakob I. von England machte die Kurie für die sogenannte „Pulververschwörung” verantwortlich, bei der er getötet und das Parlament gesprengt werden sollte. Mehrere Jesuiten wurden daraufhin hingerichtet. Der Papst unterstützte die Katholische Liga unter Maximilian I. von Bayern als Gegengewicht der protestantischen Union. Mit dem Prager Fenstersturz am 23.5.1618 begannen der Aufstand gegen das Haus Habsburg und der Dreißigjährige Krieg. Paul stellte der Liga dafür große Summen zur Verfügung. Er förderte Missionen in Kanada, China und Indien und war bemüht, durch einen florierenden Handel die Staatskassen zu füllen. Große Summen wendete er auch für seine Nepoten und die Familie auf. Im Jahre 1616 kam es zum Prozess gegen Galileo Galilei, im Zuge dessen das Weltsystem des Kopernikus verurteilt wurde. Am 19.7.1620 begannen die Protestantenmorde im Vetlin, angeordnet vom spanischen Gouverneur von Mailand, Don Lorenzo Suarez de Figueroa, denen die Besetzung des Vetlin folgte. Papst Paul V. nahm den Sieg der von ihm unterstützten Liga in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag mit Genugtuung zur Kenntnis, war doch damit die Macht der Protestanten gebrochen. Bei einer feierlichen Prozession aus diesem Anlass erlitt er einen Schlaganfall und verstarb am 28. Jänner 1621.

 

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