Sixtus V.
![]() |
![]() |
Felice Peretti, der spätere Papst Sixtus V.,
wurde am 13. Dezember 1521 in Grottamare bei Montalto geboren. Aus ärmsten
Verhältnissen stammend, erfolgte seine Erziehung zunächst im
Minoritenorden. 1566 zum Ordensgeneral aufgestiegen, folgte die
Ernennung zum Bischof von San Agata de`Groti. Papst Pius V. wählte
Peretti, ab 1570 Kardinal, zu seinem persönlichen Beichtvater. Während seines Pontifikates galten die ersten
Maßnahmen der Beseitigung des im Kirchenstaat besonders argen
Banditenunwesens. Die Todesstrafe war für Diebstahl, Abtreibung,
Blutschande, Sodomie und Kuppelei vorgesehen, sonstige Verbrechen wurden
mit Auspeitschung oder Galeerenstrafe geahndet. Als fundiertem Wirtschaftspolitiker gelang es
Sixtus V. schon bald, die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. Unter
ihm begann in Rom eine umfangreiche Bautätigkeit, Strassen und Plätze
und die Obelisken auf dem Petersplatz wurden errichtet. Außenpolitisch
standen sich in Frankreich die Hugenotten und die Anhänger der Heiligen
Liga gegenüber. Der päpstliche Bann über den Hugenottenführer
Heinrich von Navarra löste den achten Religionskrieg aus, der dreizehn
Jahre dauerte. Die spanische Armada sollte mit päpstlicher Hilfe über
England siegen. Ihr Untergang bedeutete eine entscheidende Schwächung
der Weltmacht Spanien. Gleichzeitig schwanden die Hoffnungen, England in
die Alte Kirche zurückzuführen. Die Römische Kurie wurde neu
organisiert, die Höchstzahl an Kardinälen mit siebzig festgelegt. Der auch als „eisener Papst” bezeichnete Sixtus V., der stets ein
schlichtes Ordensleben führte, starb am 27. August 1590. |