Paul IV.

 

 

Gian Pietro Carafa, der spätere Papst Paul IV., wurde 1476 in Capriglio geboren. Aus einem neapolitanischen Adelsgeschlecht stammend, war er zunächst Bischof von Chieti, Erzbischof von Brindisi und Neapel und Legat am Hofe König Heinrichs VIII. von England. Später wurde er als Nuntius nach Madrid entsandt. 1524 war er Mitbegründer des Ordens der Theatriner, deren erster Oberer er war. 1536 zum Kardinal ernannt, führte er die Inquisition an. Viele Autoren beschreiben diesen Papst als den grausamsten in der Papstgeschichte.

Sein Pontifikat war geprägt von - fast schon krankhafter - unnachgiebiger Härte im Bereich der Inquisition. Viele Menschen fielen ihm zum Opfer.

An einer Fortsetzung des Konzils zeigte er kein Interesse. Wichtiger waren ihm die Inquisition und die Reform der Kirchendisziplin. Das Inquisitionsgericht war für ihn das „einzig wahre Konzil für Ketzer”. Paul IV. war erklärter Gegner Kaiser Karls V. und Ferdinands I.. Nach der Abdankung Karls erklärte der Papst sogar die Nachfolge Ferdinands für ungültig. Er wollte die politischen Veränderungen in Europa nicht hinnehmen, schloss ein Bündnis mit Heinrich II. von Frankreich und scheute selbst eine kriegerische Auseinandersetzung mit Spanien und dem Kaiser nicht. Herzog Alba siegte bei Paliano über die päpstlichen Truppen und der Papst musste sich im Frieden von Cave (1557) verpflichten, künftig neutral zu bleiben, vor allem aber sich von Frankreich abzuwenden. Auch gegen die Juden ging er vor. Nach der Veröffentlichung der Bulle „Cum nimis absurdum” sperrte man die Juden in ein Ghetto und kam es in Ancona sogar zur Verbrennung von vierundzwanzig Personen. Ausgedehnter Nepotismus machte sich breit, die politischen Geschäfte wurden zunehmend dem skrupellosen Neffen Kardinal Carlo Carafa überlassen. Der verhasste Papst starb am 18.8.1559. Nach seinem Tod stürmte das Volk das Inquisitionsgebäude und brandschatzte es. Der Statue das Papstes auf dem Kapitol wurde der Kopf abgeschlagen.  

 

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