Paul III.

 

 

Alessandro Farnese, der spätere Papst Paul III., wurde am 2. Februar 1468 in Canino oder Rom geboren. Seine Schwester Giulia war Mätresse Alexanders VI., ein Umstand, der seiner Karriere sicherlich von Nutzen war. So wurde er 1492 Generalschatzmeister, 1493  Kardinaldiakon  von SS.Cosma e Damiano und 1524 Kardinalbischof von Ostia und Dekan des hl.Kollegiums.

Der Papst hatte vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter. Der älteste Sohn, Pier Luigi, wird vom Charakter her vielfach mit Cesare Borja verglichen. Nepotismus griff Platz. Drei Enkel wurden Kardinäle, Pier Luigi erhielt Parma und Piacenza, der Enkel Ottavio bekam das Herzogtum Urbino. Auch Paul III. war ein Freund der Künste und förderte Michelangelo. Dessen „Jüngstes Gericht” und die Fresken in der Capella Paolina entstanden. Für den Petersdom schuf Michelangelo die Kuppel. Paul`s Pontifikat ist gekennzeichnet durch ernste Reformbemühungen. Das allgemeine Konzil zu Trient wurde eröffnet. Während die Türken vermehrt angriffen, eine Heilige Liga als Verteidigungsbündnis gegen diese eingegangen wurde, schwankte der Papst zwischen Karl V. und Franz I.. Auch hatte er mehr das Konzil vor Augen als die Spannungen unter diesen Souveränen. Das Konzil zu Trient sollte sich mit fünfundzwanzig Sitzungen unter drei Päpsten über achtzehn Jahre lang hinziehen. Als Konzil der Gegenreformation behandelte es Themen, die Kriegsgrund waren. Schon bald nach der Eröffnung schlossen Papst und Kaiser einen Allianzvertrag gegen den Schmalkaldischen Bund. Den Grund lieferte die Weigerung der Protestanten, am inzwischen nach Bologna verlegten Konzil teilzunehmen. Nach dem Tode Heinrichs VIII. und Franz I. wandte sich der Papst immer mehr Frankreich zu, schwere Zerwürfnisse mit Karl V. waren die Folge. Am Reichstag von Augsburg zwang der Kaiser die besiegten Protestanten zur Annahme des Augsburger Interims. Da die Protestanten das Konzil nur besuchen wollten, wenn es ohne Papstvollmacht tage, suspendierte der Papst das Konzil nach der elften Sitzung am 14.9.1549. Enttäuscht über seine Kinder und Enkel - Ottavio verbündete sich sogar mit Gonzaga gegen ihn - starb Paul III. am 10. November 1549. Er war der letzte große Mäzen der Spätrenaissance.

 

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