Leo X.

 

 

Giovanni de`Medici, der spätere Papst Leo X., wurde am 11. Dezember 1475 in Florenz geboren. Sein Vater war Lorenzo de`Medici. Er wurde am Hofe der Medici von den Humanisten Marsilio Ficino und Angelo Poliziano erzogen, war hoch gebildet und sehr kunstinteressiert. Mit vierzehn Jahren wurde er schon zum Kardinalsdiakon geweiht, Julius II. bestellte ihn zum päpstlichen Legaten von Bologna und der Romagna. Als Befehlshaber des spanisch-päpstlichen Heeres geriet er 1512 in Gefangenschaft, der er jedoch entfliehen konnte. Mit Erasmus von Rotterdam verband ihn eine Freundschaft. Seine Wahl erfolgte in einem kurzen Konklave und ohne Simonie.

Sein Pontifikat war geprägt von kleinlichen Verschwörungen in Sachen der Politik und durch den Konflikt zwischen Kaiser Karl V. und dem Franzosenkönig Franz I.. Daneben standen Nepotismus, Ablasshandel, Vergnügungsgier und Verschwendung auf der Tagesordnung. Es gelang ihm zwar, die Franzosen aus Italien zu vertreiben, er musste aber 1515 eine empfindliche Niederlage bei Marignano hinnehmen. Als Ergebnis des Sieges erlangte Franz I. die Lombardei, Parma und Piacenza für Frankreich. 1516 wurden die Beziehungen zu Frankreich durch ein Konkordat geregelt, womit die Unabhängigkeit der französischen Kirche beendet war, allerdings brachte dieses Konkordat nur die förmliche Anerkennung des Primates, schmälerte aber nicht die sonstigen französischen Privilegien. Bald nach der Beendigung des unter seinem Vorgänger Julius II. begonnenen Laterankonzils kam es zu einer Verschwörung der Kardinäle gegen ihren Papst, der vergiftet werden sollte. Der Anführer, der siebenundzwanzigjährige Kardinal Alfonso Petrucci, wurde hingerichtet. Die Verbündeten erlangten nach Bussgeldern von je 25.000 Dukaten päpstliche Verzeihung.

 

Eine grosse Säuberung und die Ernennung von einunddreißig neuen Kardinälen, die nach finanziellen Gesichtspunkten ausgesucht wurden, fanden statt. Inzwischen wuchs die Türkengefahr für Europa. Nur widerwillig anerkannte der Papst die Kaiserwahl Karls V. und er musste diesen auch noch mit Neapel belehnen. Durch seine Bemühungen wuchs das Papsttum trotz allem zu einer wesentlichen politischen Kraft. Weniger Kirchenmann als Mäzen, förderte Leo X. unter anderem Raffael und Bramante. Der verschwenderische und kostenintensive Bau des Petersdoms nahm seinen Fortgang. Der Pomp am Hof, bestehend aus 683 Personen, war kaum mehr zu übertreffen. Am 3.1.1521 erging die Bannbulle „Decet Romanum Pontificem” gegen Luther, der bereits 1520 mit der Bulle „Exurge Domine” samt seinen Anhängern exkommuniziert worden war.

Leo X. verstarb am 1.Dezember 1521 in Rom. Das von Julius II. angehäufte Vermögen war durch die luxuriöse Lebensführung verbraucht, und der Kirchenstaat stand vor dem finanziellen Ruin.

Wappen

 

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