Alexander VI.

 

 

Rodrigo de Borja, der spätere Papst Alexander VI., wurde am 1.1.1430 in Jativa/Valencia in Spanien geboren. Er entstammte der für ihren Hang zur Korruption bekannten Familie Borgia. Nach dem Jurastudium in Bologna wurde er Bischof, dann Kardinal und zuletzt päpstlicher Verwalter. Jahrzehntelang arbeitete Rodrigo de Borja darauf hin, die Tiara zu erlangen, bis er am 11.8.1492 als Papst aus dem Konklave hervorging. Eigentlich hätte er Alexander V. heißen müssen, da Alexander V. Gegenpapst gewesen war.

Schon Zeitgenossen übten an diesem Papst harte Kritik und erklärten ihn zum Atheisten, dem Religion und Kirche nur Mittel zum Zweck gewesen waren, nämlich Macht und Vermögen zu vergrößern. Die Opposition sammelte sich um Kardinal Giuliano della Rovere, der an den Hof Karls VIII. von Frankreich geflohen war. Alexander zog es vor, seinen Gelüsten und Vergnügungen nachzugehen und war nur darauf bedacht, sich und seinen Kindern Nutzen zu verschaffen. Er hatte neun Kinder von verschiedenen Mätressen, darunter fünf allein aus dem Konkubinat mit der römischen Adeligen Vanozza Catanei. Sein Hauptaugenmerk lag darauf, seine Kinder gut zu verheiraten und zu Staat und Würden zu bringen. Die Kirche selbst führte er an den Rande des Ruins. Der Nepotismus des Papstes wurde zur absolutistischen Eroberungspolitik mit vielen Enteignungen. Während seines Pontifikates bemühte er sich, die Christen gegen die Osmanen zusammenzuschließen. Am 4. Mai 1493 erreichte er die Festlegung einer Demarkationslinie, die die kolonialen Hoheitsgebiete zwischen Spanien und Portugal aufteilte. Unter ihm kam es auch zu einer ersten Entsendung von Missionaren nach Amerika.

In dieser Zeit schuf Michelangelo die berühmte Pieta. Auch die Engelsburg wurde umgebaut und ein Fluchtweg zum Vatikan errichtet.

Papst Alexander beabsichtigte Adriano Castellesi, einen der reichsten Kardinäle, mit Gift aus dem Weg zu schaffen. Diesem gelang es, durch Geschenke und Versprechungen, dass dem Papst selbst das Gift vorgesetzt wurde. Während Alexander an der Vergiftung am 18.August 1503 starb, konnte sein Sohn Cesare, der ebenfalls davon getrunken hatte, gerettet werden.