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Markus Sittikus, ein ich-bezogener, skrupelloser, auf Äußerlichkeiten ausgerichteter Charakter, war zugleich ein Mann von hohem Kulturbedürfnis und Kunstverständnis. Als Theaterliebhaber und Freund prunkvoller Aufzüge verstärkte er damit die italienische Note des damaligen Salzburg. Markus Sittikus war völlig anders als Wolf Dietrich, nämlich ängstlich, willensschwach, zugleich aber auch intrigant und raffgierig. So entwickelte er eine krankhafte Angst vor einer Rückkehr seines auf der Feste Hohensalzburg inhaftierten Vorgängers. Dies sollte in Boshaftigkeit und Kleinlichkeit gegenüber diesem ausarten und eine Freilassung verhindern. Selbst Schloss Altenau ließ er in Mirabella umbenennen. Anstelle des schon von Wolf Dietrich für den Neubau des Domes gelegten Grundsteines wurde 1614 ein neuer gelegt. Die Verdienste des Markus Sittikus lagen in einer geschickten Diplomatie. Er konnte sich einem Beitritt zur Katholischen Liga entziehen und dadurch das Erzbistum letztendlich aus dem Dreißigjährigen Krieg heraushalten. Durch seine Neutralitätspolitik und sein sonstiges Verhalten gelang es ihm, sowohl die Bayern als auch das Domkapitel für sich zu gewinnen. Seine Kirchenpolitik im Sinne der Gegenreformation war hart und kompromisslos. Aus einem echten Katholizismus heraus begann er mit der großen Generalvisitation der Jahre von 1613 bis 1617. Dank seinem Interesse an der italienischen Baukunst entstand Schloss Hellbrunn und wurde mit dem Neubau des Domes, nun nach den Plänen von Santino Solari, begonnen. Schloss Hellbrunn mit seinen Grotten, Mosaiken und Wasserspielen, die einzige italienische Villa dieser Art, die sich auf deutschem Boden erhalten hat, war binnen weniger Monate fertiggestellt. Ferner gründete er das Salzburger Gymnasium, die spätere Universität. Bereits 1620 wurden 388 Hörer von elf Professoren unterrichtet. In der relativ kurzen Regierungszeit dieses Landesfürsten wurden also viele Bauwerke, Tore und auch Umbauten errichtet, sodass man seinen Steinwappen häufig begegnet. Eine bereits unter Wolf Dietrich begonnene Münzverschlechterung setzte sich fort. Mindere ausländische Kleinmünzen überschwemmten Salzburg und ließen die noch guthaltigen Salzburger Taler in die Schmelztiegel ausländischer Münzherrn wandern. In einer Zeit der Kriegsgefahr, die ganz Europa bedrohte, starb Markus Sittikus am 9. Oktober 1619. Seine Regierung war überschattet gewesen von seinem gefangenen Vorgänger, von dem er stets befürchtet hatte, er werde ausbrechen und die Macht wieder an sich ziehen. Beim Ableben des Erzbischofs war das Kirchenschiff des heutigen Domes bereits unter Dach. |