Georg von Kuenburg

14.06.1586 -- 25.1.1587

 

Georg von Kuenburg, ein Neffe des Erzbischofs Michael von Kuenburg, wurde im Jahre 1530 geboren. Sein Vater war Christoph von Kuenburg, Pfleger von Moosham. Über seinen Werdegang ist nur wenig bekannt. Die „Saltzburgische Chronica 1666“ des Franz Drückher beschreibt ihn als gottesfürchtigen, frommen, verständigen, mildtätigen, demütigen, nüchternen und häuslichen Herrn. Das Salzburger Kanonikat verdankte er seinem Onkel Michael. Georg hatte im April 1555 aufgeschworen und war im April 1579 zum Dompropst gewählt worden. Mit Zustimmung Belasis, der 1579 einen Schlaganfall erlitten hatte und weitgehend regierungsunfähig war, wurde er am 9.Juli 1580 Koadjutor und erfolgte bereits eine Woche später die Einigung mit den Domherrn auf ein Regierungsprogramm. Bald nach dem Wahlakt äußerte Georg jedoch schon sein Unbehagen über die auch von ihm unterzeichnete Kapitulationsurkunde. Jahre des Streites mit dem Domkapitel folgten. Georg drohte immer wieder mit seiner Resignation, von der selbst im Jahre 1585 noch die Rede war. So regierte er bereits sechs Jahre lang. Auch er ging rigoros gegen die Protestanten vor und nötigte vor allem protestantische Bürger der Stadt zur Auswanderung. Zur Unterstützung seiner strengen Maßnahmen rief er die Franziskaner ins Land, die als volkstümliche Prediger die alte Stadtpfarrkirche erhielten. Seither wird diese Kirche „Franziskanerkirche“ genannt. Bereits als Koadjutor gestand Georg immer wieder seine Unfähigkeit ein, mit den politischen, religiösen und wirtschaftlichen Problemen fertig zu werden. Als am 14. Juni 1586 gewählter Erzbischof von Salzburg erhielt er erst am 6.Oktober 1586 die Weihen, sodass er bis zu seinem Tod am 25.Jänner 1587 nicht einmal vier Monate als Erzbischof regierte. Es gab unter ihm keine nennenswerte Bautätigkeit. Trotzdem ist sein ungeschmücktes Wappen auf der Festung vorzufinden. Die Münzen und Medaillen seiner Zeit wurden immer noch mit Hammer und Amboss geschlagen. Er ließ Münzen, die wegen der nur kurzen Regierungszeit zu den Seltenheiten zählen, sowohl nach der Reichsmünzordnung als auch nach der Landeswährung schlagen. Ein Wahlspruch ist nicht bekannt.

 

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