Johann Jakob Khuen von Belasi

28.11.1560 -- 4.5.1586

 

Das genaue Geburtsdatum Johann Jakobs ist nicht gesichert, es liegt um das Jahr 1517. Er entstammt einem Südtiroler Geschlecht, das 1573 in den Reichsfreiherrnstand und 1630 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Von der Großmutter väterlicherseits her mit der Familie Firmian verbunden, ging Johann Jakob zunächst in Freiburg im Breisgau seinen Studien nach, wurde 1530 Kanonikus von Brixen und 1555 Mitglied des Salzburger Domkapitels. Am kaiserlichen Hof und in den Nuntiaturberichten wurden ihm unbedingte Frömmigkeit, Glaubenseifer, persönliche Integrität und ein tadelloser Lebenswandel bescheinigt. Bereits elf Tage nach dem Ableben Michaels von Kuenburg wurde er am 28. November 1560 zum neuen Salzburger Erzbischof gewählt. Schon Anfang Dezember 1560 musste er ein von den Domherrn diktiertes Regierungsprogramm unterfertigen, über dessen Vollziehung und Befolgung es jahrelang Differenzen mit dem Domkapitel geben sollte. In der Regierung dieses Erzbischofs nimmt der Kampf gegen den immer mehr um sich greifenden Protestantismus breiten Raum ein. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts waren weite Gebiete Europas unter den Einfluss der reformatorischen Ideen Luthers und Calvins geraten. Zum gleichen Zeitpunkt waren aber auch Zeichen einer Erneuerung der alten katholischen Kirche nicht zu übersehen. Die militärisch straffe Organisation des 1534 gegründeten Jesuitenordens, dessen Einsatz vor allem an Schulen und Universitäten und die absolute Unterstellung unter die Autorität des Papstes bewirkten eine rasche Ausbreitung des Ordens, den man in Salzburg nicht haben wollte. Unter Belasi lief hier die Gegenreformation an. Im Dezember 1564 begannen in St.Veit im Pongau erste Zusammenrottungen von Bauern mit dem Ziel, den als Ketzer bereits des Landes verwiesenen Priester Konstantin Schlafhauser wieder in sein Amt einzusetzen. Mit angeworbenen Söldnern ließ Johann Jakob Radstadt und die Feste Werfen besetzen, die Anführer der Bauern verhaften und nach Salzburg einliefern. Die Unruhen der Bauern setzten sich bis 1565 fort. Ein strenges Mandat gegen die Ungehorsamen wurde erlassen. 1578 musste neuerlich ein Aufstand niedergeschlagen werden. Die Bautätigkeit Johann Jakobs war nur gering. Auf der Festung errichtete er einen Wehrgang, an welchen der Reckturm mit den Foltervorrichtungen angebaut ist, ferner den Feuerbogen, worin die Kanonen standen. Er erneuerte die Burg Hohenwerfen, erweiterte die Straße von Golling bis Radstadt und erbaute die Hochstraße von Bruck nach Zell. Neben Modernisierungen im geistlich-pastoralen Bereich erließ er Landordnungen, die Ansätze eines Beamtenstaates erkennen lassen. Mit den benachbarten Fürsten stand er in besten Beziehungen, vor allem zu Albert V. von Bayern. Aus Anlass der Vermählung des Herzogs Wilhelm mit einer lothringischen Prinzessin im Jahre 1568 reiste der Erzbischof nach München und überreichte dem Bräutigam einen 1000-fachen Dukaten im Gewicht von rund 3,5 Kilogramm, die größte aus Salzburg stammende Münze, die leider nicht mehr erhalten ist. Sein größtes Interesse galt ja dem Münzwesen. So veranlasste er einen Neu- und Umbau der Salzburger Münze. Seit 1561 wurde die Münzstätte auch nicht mehr verpachtet sondern arbeitete auf eigene Rechnung.

Im Fasching 1579 erlitt er einen Schlaganfall, der ihn sowohl körperlich, als auch geistig beeinträchtigte. Die Beigabe eines Koadjutors wurde unumgänglich. Nachdem Belasi nach anfänglichem Sträuben am 9.Juli 1580 seine Zustimmung gab, ging aus der Wahl Georg von Kuenburg als Sieger hervor. Im März 1582 verzichtete Johann Jakob endgültig auf die Beteiligung an den Amtsgeschäften. Am 14.Mai 1586 verstarb Belasi. Seine gottesfürchtige Einstellung erkennt man aus seinem Wahlspruch „IN DEO CONFIDENS NON DESO LABITUR“ - sinngemäß „Wer auf Gott vertraut, wird nicht zugrunde gehen.“

 

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