Leonhard von Keutschach
4.07.1495
-- 8.6.1519
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Leonhard von Keutschach wurde um das Jahr 1442
geboren. Seine Eltern waren der Viktringer Hofrichter Otto von
Keutschach und Gertrud von Möderndorf. Die Familie entstammte einem Kärntner
Rittergeschlecht, dessen Stammburg am Nordufer des Keutschachersees lag.
Leonhard war 1460 Chorherr des Augustinerstiftes zu Eberndorf im
Jauntal, übte dort seit 1467 das Amt des Schaffers aus, übernahm 1473
die dem Stift Eberndorf inkorporierte Pfarre St.Lorenzen, wurde acht
Jahre später Propst von Eberndorf, erhielt 1490 die Salzburger
Dompropstei verliehen und wurde schließlich - als Höhepunkt seiner
Laufbahn - am 7.Juli 1495 zum Salzburger Erzbischof gewählt. Als
solcher führte er den Titel „Sedis apostolicae legatus natus =
Geborener Legat (Gesandter) des Apostolischen Stuhls.” Am 13.November
1495 wurde seine Wahl von Papst Alexander VI. bestätigt. Die
Bischofsweihe erhielt Leonhard am 17.April 1496, die Regalien von Kaiser
Maximilian I. schließlich am 9.Juli 1495. Keutschach war der letzte
Erzbischof, unter dem das Domkapitel nach der Regel des Heiligen
Augustin lebte. Leonhard von Keutschach war wohl Salzburgs mächtigste
Herrschergestalt am Ausgang des Mittelalters. Bei
Antritt seiner Regierung lagen die finanziellen Verhältnisse im Argen.
Eine kluge Politik ermöglichte den Rückkauf verpfändeter
Herrschaften, das Erneuern und Erweitern vieler Burgen, die Errichtung
der Salzachdämme von Hallein und vieler Straßen im Gebiet des
Erzstiftes. Während seiner vierundzwanzigjährigen Regierungszeit
erlebte Salzburg wirtschaftlich und politisch einen großen Aufschwung.
Die planvolle Finanzwirtschaft führte zu Wohlstand und Blüte der Kunst
und Kultur. Keutschach reorganisierte Salzburg also von Grund auf und
machte es damit zu einem der reichsten deutschen Fürstentümer seiner
Zeit. Dies stärkte auch die politische Einschätzung des Erzstiftes im
Verband des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Der bewahrte
Friede in einer kriegerischen Zeit, das Streben nach einem geordneten
Haushalt und wohl auch das energische Festhalten Keutschachs an seinen
Rechten waren dazu die Voraussetzung. Ein ständig verschuldeter Kaiser,
wie Maximilian I. es war, musste somit einem potenten Geldgeber gegenüber
immer wieder Zugeständnisse machen. Dadurch konnte Keutschach
einerseits verlorene Rechte zurückerwerben, andererseits auch eine
territoriale Ausweitung herbeiführen. Keiner seiner Vorgänger
erreichte je eine derartige Machtfülle, wie sie Keutschach nahezu ein
Vierteljahrhundert innehatte. Seine Herkunft aus dem ländlichen
Kleinadel und der Mangel einer akademischen Bildung bestimmten jedoch
ebenfalls das Leben Keutschachs. Sein provinzielles Auftreten
verhinderte ein Teilhaben an der großen Politik und an diplomatischen
Missionen. Mit den Salzburger Bürgern war Leonhard nicht immer im
besten Einvernehmen. Er galt als geizig, ließ wiederholt Steuern erhöhen
und rücksichtslos eintreiben, strebte nach absolutistischer
Alleinherrschaft und reagierte oft überhart und unnachgiebig. Als
besonders nachteilig wurde
der Nepotismus empfunden. |
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