Matthias

 

Matthias, Erzherzog von Österreich, König von Ungarn 1608, König von Böhmen 1611, römisch deutscher Kaiser 1612, wurde am 24.2.1557 in Wien geboren. Seine Eltern waren Kaiser Maximilian II. und Maria, Tochter des     Kaisers Karl V. Am 4.12.1611 heiratete er Anna, die Tochter des Erzherzogs Ferdinand von Tirol, in Wien. Der Ehe entstammten keine Kinder, sodaß Nachfolger sein Vetter Ferdinand wurde.

 Die Eltern Anna

 

 

Matthias als Statthalter der Niederlande Die Kaiserkrönung

 

Matthias wurde am spanischen Hof erzogen und übernahm 1578 während des Niederländischen Freiheitskampfes das Amt des Statthalters der Niederlande. Kurz vor der Unabhängigkeitserklärung der niederländischen Nordprovinzen 1581 verließ er das Land. Sein Bruder Kaiser Rudolf II., ernannte ihn 1593 zum Statthalter im Land ob und unter der Enns. Bedingt durch dessen fortschreitende Geisteskrankheit ließ sich Matthias im Geheimen 1606 zum Oberhaupt des Hauses Habsburg erklären, ein Vorhaben, das durch die Untätigkeit Rudolfs im ungarischen Aufstand und im Türkenkrieg gefördert wurde. Matthias übernahm dann die Kriegsführung gegen die Türken und ihm gelang eine Beendigung dieses Krieges. Im Mai 1608 zog er mit einem Heer gegen Prag und erzwang mit Vertrag von Lieben bei Prag die Abtretung Österreichs an ihn, ferner seine Anerkennung als König von Ungarn und als Gubernator von Mähren und Ober- und Niederösterreich. Beim Reichstag in Pressburg am 16.10.1608 wurde Matthias zum König von Ungarn, mit Krönung am 19.11.1608 gewählt. Am 12.4.1611 folgte die Wahl auch zum König von Böhmen mit Könung am 23.5.1611 in Prag. Somit hatte er seinen Bruder Rudolf schrittweise zum Verzicht auf die Macht gezwungen und verblieb dieser nur mehr nominell machtloser römisch deutscher Kaiser. Die Reichspolitik war nach wie vor durch den Konfessionskonflikt überschattet. Nach dem Tod des Bruders wurde Matthias am 13.6.1612 zum römisch deutschen Kaiser in Frankfurt gewählt und gekrönt. Im selben Jahr überließ er seinem Vetter Erzherzog Ferdinand die Steiermark, Kärnten und Krain. Im Jahre 1617 bestimmte der kinderlose Kaiser seinen Cousin Erzherzog Ferdinand zu seinem Nachfolger und ließ ihn zum König von Böhmen wählen. Dessen rigorose Rekatholisierungspolitik löste große Unzufriedenheit unter den böhmischen Protestanten aus. Dadurch kam es am 23.5.1618 zum 2.Prager Fenstersturz. Die kaiserlichen Räte Statthalter Jaroslav Graf von Martinitz, Wilhelm Graf von Slavata und der Schreiber Philipp Fabrizius wurden in den Burggraben geworfen, von wo aus ihnen verletzt die Flucht gelang. Kaiser Matthias gelang bei der Vermittlung zwischen Katholiken und Protestanten ebenfalls kein Erfolg. 1618 begann auch der Dreißigjährige Krieg, dessen schwere kriegerische Auseinandersetzungen große Verluste und Verwüstungen mit sich brachten. Matthias verstarb am 20.3.1619 in Wien an den Folgen eines Schlaganfalles. Er ist in der von ihm und seiner Gattin gestifteten und gegründeten Kapuzinergruft in Wien beigesetzt.
Kaiser Matthias

 

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