Leopold I.
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Leopold, Erzherzog von Österreich, König von
Ungarn 1655, König von Böhmen 1656, römisch deutscher König 1657 und
römisch deutscher Kaiser 1658, wurde am 9. Juni 1640 in Wien geboren.
Seine Eltern waren Kaiser Ferdinand III. und Maria Anna, Tochter des Königs
Philipp III. von Spanien. Am 12.12.1666 in Wien Hochzeit mit Margarete
Theresia, der Tochter des Königs Philipp IV. von Spanien. Der Ehe
entstammten vier Kinder: Ferdinand Wenzel, Marie Antonie, Johann Leopold
und Marie Anna Antonie. Am 15.10.1673 in Wien Hochzeit mit Klaudia
Felizitas, der Tochter des Erzherzogs Ferdinand Karl von Tirol. Der Ehe
entstammten Anna Maria Sofie und Marie Josefa Klementine. Am 14.12.1676 in Passau Hochzeit mit Eleonore
Magdalene, der Tochter des Kurfürsten Philipp Wilhelm von der
Pfalz-Neuburg. Dieser letzten Ehe entstammten insgesamt zehn Kinder, nämlich
Joseph I., Christine, Marie Elisabeth, Leopold, Marie Anna Josefa,
Therese, Karl VI., Marie Josefa, Magdalene Josefa und Marie Margarete.
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Taler |
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Nach dem plötzlichen Tod des römischen Königs
Ferdinand IV. an den Blattern und dem Tod Kaiser Ferdinands III.
entstanden für das Haus Habsburg Schwierigkeiten, da es nicht
rechtzeitig gelungen war, die Wahl Leopolds zum römisch deutschen König
durchzusetzen und so die Kaiserwürde sicherzustellen. 1657 konnte
Leopold, der nicht bereit war, zugunsten seines Onkels Leopold Wilhelm
zu verzichten, die Nachfolge als römischer König antreten. Leopold war als Zweitgeborener ursprünglich für
den geistlichen Stand vorgesehen gewesen. Erziehung zu Frömmigkeit und
Ergebenheit war er daher mehr gefördert worden als eine politische und
militärische Ausbildung. Der frühe Tod des Bruders ließ alles anders
kommen. Bereits mit achtzehn Jahren musste Leopold die Nachfolge seines
Vaters antreten. Nach langem Feilschen und Zahlung erheblicher Gelder an
die Kurfürsten gelang am 18.7.1658 die Wahl zum römisch deutschen
Kaiser mit Krönung in Frankfurt. Bereits in der Wahlkapitulation hatte
Leopold darauf verzichten müssen, die spanischen Habsburger im Kampf
gegen Frankreich zu unterstützen. Am 16.8.1658 schlossen sich
Frankreich und deutsche Fürsten gegen das Haus Habsburg zum
„Rheinbund” zusammen. Mittlerweile war auch der schwedisch-polnische
Erbfolgekrieg ausgebrochen. In den Jahren 1662 bis 1664 gab es ferner Türkenkriege
mit grosser Übermacht der türkischen Heere, Wien musste abgesichert
werden. Der kaiserliche General Raimund Graf von Montecuccoli konnte die
Türken in der Steiermark besiegen und so einen Vormarsch nach Österreich
verhindern. Am 10.8.1664 gelang der Abschluss eines Friedensvertrages
mit den Türken. 1666 kam es zu einer Verschwörung des ungarischen
Adels gegen Leopold. Die Anführer Zrinyi, Nadasdy und Frangepani wurden
hingerichtet. Nach wie vor hatte Frankreich das Ziel, die beiden
habsburgischen Linien zu trennen. Aufgrund dieser politischen Lage war
der Kaiser gezwungen, Defensivbündnisse einzugehen. Bereits im Herbst
1682 sammelte Sultan Mehmed IV. Truppen zum neuerlichen Einfall in das
Reich. Unter Befehl von Großwesir Kara Mustafa erreichte das osmanische
Heer am 12.7.1683 Wien, schloss die Stadt ein und begann mit der
Belagerung. Gerade noch rechtzeitig konnte der kaiserliche Hof Wien
verlassen und sich nach Passau begeben. Am 12.9.1683 gelang die
Befreiung von Wien und der Sieg über die Türken in der Schlacht am
Kahlenberg. Leopold I., Papst Innozenz XI., Venedig und Ungarn schlossen
sich am 5.3.1684 in der „Heiligen Liga” gegen die Türken zusammen
und konnte auch Ungarn 1687 von der Türkenherrschaft befreit werden.
Erst 1699 war die Türkengefahr gebannt und diese mussten sich ganz aus
Europa zurückziehen. Neue Probleme für das Haus Habsburg brachte
der Tod Karls II. von Spanien, der keine Nachkommen hatte, also mit ihm
die spanische Linie ausgestorben war. Aus dieser Situation entstand der
spanische Erbfolgekrieg, der bis 1714 andauerte. Der Kaiser, aber auch
Frankreich und Bayern erhoben Ansprüche. Frankreich leitete den
Anspruch aus der Ehe Ludwigs XIV. mit der Infantin Maria Therese, der
Tochter König Philipps IV. von Spanien ab, der Kaiser stützte sich
hingegen darauf, dass seine Mutter eine Tochter König Philipps III. von
Spanien und zudem seine erste Gemahlin eine Tochter Königs Philipps IV.
von Spanien waren. Bayern verwies darauf, dass Kurprinz Joseph Ferdinand
erbberechtigt sei, dessen Mutter die Tochter Kaiser Leopolds aus der
ersten Ehe mit der Infantin Margaretha Theresia war. Am 7.9.1701 kam es zum Abschluss der Großen
Allianz zwischen Österreich, England und Holland zur Verhinderung einer
Vereinigung von Frankreich mit Spanien. Im „pactum mutuae successionis”
übertrugen am 12.9.1703 Kaiser Leopold I. und der inzwischen zum römisch
deutschen König gewählte Josef I. ihre Rechte an Spanien an Erzherzog
Karl. Der französische König
Ludwig XIV. entsandte seinen Enkel Philipp von Anjou nach Spanien. Dort
begannen Kämpfe zwischen den beiden und wurde Gibraltar durch die
englische Flotte erobert. Die Allianz besiegte mittlerweile am 13.8.1704
bei Höchstädt die Franzosen und Bayern. Mitten in dieser kriegerischen und
verworrenen politischen Situation verstarb der Kaiser am 5.5.1705
in Wien an Brustwassersucht. Er ist in der Kapuzinergruft in Wien
beigesetzt.
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