Leopold II.
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Leopold, Erzherzog von Österreich, Großherzog
von Toskana 1765, römisch deutscher Kaiser 1790, König von Ungarn
1790, König von Böhmen 1791, wurde am 5. Mai 1747 in Wien geboren.
Seine Eltern waren Kaiser Franz I. Stephan und Maria Theresia, Tochter
Kaiser Karls VI. Am 5.8.1765 in Innsbruck Hochzeit mit Marie Luise
Ludovica, der Tochter des Königs Karl III. von Spanien aus dem Haus
Bourbon. Der Ehe entstammten sechzehn Kinder: Marie Therese, Franz II.,
Ferdinand, Marie Anna, Karl, Leopold, Albrecht, Maximilian, Josef,
Klementine, Anton, Amalie, Johann, Rainer, Ludwig und Rudolf. Leopold, der drittälteste Sohn Maria
Theresias, genoss die gleiche sorgfältige Ausbildung wie sein Bruder
Joseph und wurde ganz im Sinne der Aufklärung erzogen.
Bücher,
wie Werke von Montesquieu und Muratori, beeinflussten ihn nachhaltig. Ähnlich
wie sein Bruder unternahm auch Leopold ausgedehnte Reisen. Im Gegensatz
zu diesem hatte er aber eine gemächliche Haltung und neigte zur
Korpulenz. Nach Verzicht Josephs wurde er am 12.1.1765 Nachfolger im Großherzogtum
Toskana. Am 5. August 1765 heiratete er in Innsbruck Maria Ludovica von
Bourbon-Spanien. |
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Leopold II und Marie Luise Ludovica |
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dem Tod seines Vaters während der Hochzeitsfeierlichkeiten trat er, als
der Nachgeborene, die Herrschaft in der Toskana an. Dort begann die
Periode der großen Reformen: Maßnahmen zugunsten der Bauern, Aufhebung
von Ein- und Ausfuhrverboten, Gewerbefreiheit, Freigabe des
Getreidehandels sind Beispiele der Reformen, die in vielem jenen des
Bruders ähnelten. Jedoch ging Leopold dabei viel behutsamer vor.
Als er nach dem Tod des Bruders Joseph die
Toskana verlassen musste, um dessen Nachfolge anzutreten, war die
Toskana ein blühendes Land, nur der Adel, die Geistlichkeit und die Mönche
waren unzufrieden, da ihnen viele Privilegien genommen waren. Nach dem
Tod des Bruders erwählter römisch-deutscher Kaiser, sollte Leopold II.
aber nur zwei Jahre regieren. Als er die Regierung übernahm, war
das Habsburgerreich in einer schwierigen Situation: In Frankreich tobte
die Revolution, Ungarn war im Aufruhr, die Niederlande waren praktisch
von den Erblanden abgefallen, zudem war Krieg gegen die Türken zu führen.
Im Juli 1790 schloss Leopold II. zunächst mit Preußen die Konvention
von Reichenbach. Auch mit Ungarn gelang es ihm, einen Ausgleich
herbeizuführen. Der Kaiser meisterte die Situation durch Zugeständnisse
an die Stände und durch Aufgabe des Anspruches auf Zentralisierung der
Verwaltung. In den österreichischen Ländern schlug er einen ganz
anderen Weg ein als vor ihm Joseph II. Anstatt Gewalt anzuwenden, befürwortete
er den Versuch einer vorsichtigen Demokratisierung. Leopold II. konnte
seine vielversprechenden Pläne nicht mehr verwirklichen. Er starb am 1.
März 1792 im Alter von 44 Jahren in Wien. Die Todesursache war
vermutlich eine Blinddarmentzündung oder auch Bauchfellentzündung.
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