Karl V.
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Karl, Erzherzog von Österreich, Herzog von Burgund 1506, Regent in den Niederlanden 1515, König von Spanien 1516-1556, römisch deutscher König 1519, römisch deutscher Kaiser 1530, wurde am 24.2.1500 in Gent/Belgien geboren. Seine Eltern waren Philipp der Schöne, Herzog von Burgund, Erzherzog von Österreich, König von Kastilien und Johanna die Wahnsinnige, Tochter des Königs Ferdinand V. von Aragon. Somit war Karl väterlicherseits Enkel des habsburgischen Kaisers Maximilian I. und mütterlicherseits Enkel Ferdinands II. von Aragonien und Isabellas I. von Kastilien und Leon, außerdem Urenkel Karls des Kühnen, des Herzogs von Burgund. Am 11.3.1526 Hochzeit mit Isabella, der Tochter des Königs Emanuel von Portugal in Sevilla. Dieser Ehe entsprangen fünf Kinder, Philipp II., Maria, Ferdinand, Johanna und ein weiterer – totgeborener - Sohn. Auch Karl hatte viele uneheliche Kinder, darunter Margarete von Parma, uneheliche Tochter mit Johanna van der Gheenst und Don Juan d`Austria, unehelicher Sohn mit Barbara Blomberg, einer Regensburger Bürgerstochter |
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| Der Sohn Philipp |
Die Brüder Karl & Ferdinand |
Papst Leo X. |
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Wichtiger
politischer Meilenstein war die Erbfolge im Jahre 1506 nach dem Tode
des Vaters. Der damals erst sechsjährige Karl erbte dessen burgundisches
Reich. Am 5.1.1515 wurde er in Brüssel für volljährig erklärt und konnte
im folgenden Jahr Regent in Spanien und den Niederlanden werden. Nach
dem Tod des Großvaters trat er der Herrschaft in Spanien als König Karl
I. an. Am 28.6.1519 wurde er einstimmig zum römisch deutschen König
und römisch deutschen Kaiser gewählt.
Die Krönung war am 23.10.1520 in Aachen unter Zustimmung des
Papstes Leo X. Die von Maximilian I. ererbten österreichischen Erblande
wurden durch den jüngeren Bruder Ferdinand, den späteren Kaiser Ferdinand
I., als Statthalter betreut. Gegen den
Konkurrenten bei der Kaiserwahl, den König Franz I. von Frankreich,
konnte sich Karl vor allem deshalb durchsetzen, weil er den Kurfürsten
hohe Bestechungssummen zahlte, die ihm die Fugger vorgestreckt hatten.
Kaiser Karl V. war damals der bei weitem mächtigste Herrscher des Abendlandes.
Die ererbten Gebiete waren wesentlich umfangreicher als je zuvor. Sein
Herrschaftsbereich erstreckte sich über die Königreiche Aragón und Kastilien
in Spanien, das burgundische Erbe, die Königreiche Neapel, Sizilien
und Sardinien, die österreichischen Erblande sowie die von Spanien
eroberten Gebiete in Amerika und Afrika. Karls Ziel war die Wiederherstellung
des mittelalterlichen, christlichen Universalreiches nach der Idee Karls
des Großen unter der Führung des Kaisers als zentrale Machtfigur. Dadurch
entstanden Gegensätze zu den ebenfalls absolutistisch orientierten Reichsfürsten,
aber auch zu Frankreich, das ebenfalls die Führungsrolle im Abendland
wahrnehmen wollte. Der Papst widersetzte sich ebenfalls diesem Vorhaben.
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| Franz I. von Frankrreich | Papst Julius II. | Der Bruder Ferdinand |
| Bei
Karls Regierungsantritt befand sich das Reich in Aufruhr, hervorgerufen
durch die neue Lehre Martin Luthers. Auf dem Wormser Reichstag vom 8.5.1521
wurde schließlich über Luther und dessen Anhänger die Reichsacht ausgesprochen.
Daneben waren die dynastischen Auseinandersetzungen zwischen Franz I.
von Frankreich und Kaiser Karl V. um den Besitz in Italien und Burgund
in einen Krieg ausgeartet (1521-1526). Durch diesen gebunden, musste
der Kaiser mit Vertrag von Brüssel am 7.2.1522 seinem Bruder Ferdinand
die Herrschaft in den österreichischen Erblanden und die Stellvertretung
im Reich überlassen. Der Krieg mit Frankreich endete mit der Gefangennahme
Franz I. und dessen Verzicht auf Italien und Burgund. Bald nach seiner
Freilassung 1527 widerrief Franz I. jedoch alle Vereinbarungen und nahm
den Krieg wieder auf. Nun stellte sich auch Papst Klemens VII. auf die
Seite Frankreichs und wurde von Karl in Gefangenschaft genommen. Auch
dieser Krieg ging für Frankreich verloren und Franz I. musste nochmals
auf Italien verzichten, erhielt aber Burgund. Im Jahre 1530 musste der
Papst Karl in Bologna zum Kaiser krönen. Es sollte die letzte Kaiserkrönung
durch einen Papst sein. Neben diesen kriegerischen Auseinandersetzungen
mit Frankreich hatte sich der Kaiser auch gegen die Osmanen zu behaupten.
Im September 1529 kam es zur ersten Türkenbelagerung Wiens, die von
Sultan Suleiman II. am 14.10.1529 infolge schwerer Verluste und aufgrund
des Ausbruches von Seuchen beendet werden musste. 1536 befand sich Karl
erneut im Krieg mit Frankreich, das sich jetzt mit den Türken verbündet
hatte. Diesmal konnte Franz I. seinem Widersacher einige Niederlagen
zufügen und 1538 einen Teil des Piemont erlangen. 1538 ging Karl mit
Papst Paul III. und dem Stadtstaat Venedig ein Bündnis gegen die
Osmanen ein. 1541 eroberten die Türken fast ganz Ungarn. Diese Türkenkriege
sollten bis 1547 andauern. Daneben nahm Franz I. 1542 erneut den Krieg
gegen Karl V. auf, der bis 1544 dauerte. Im Jahre1547 kam es zu einem
fünfjährigen Waffenstillstandsvertrag mit den Türken. Während Karl in
Europa keine nachhaltigen Erfolge erzielen konnte, wurde unter seiner
Herrschaft in der Neuen Welt das spanische Kolonialreich begründet:
1521 wurde Mexiko, 1533 Peru erobert. Karl konnte sich nach dem Waffenstillstand
wieder dem Reich und den dortigen Problemen im Inneren zuwenden. Im
Schmalkaldischen Krieg gegen die protestantischen Reichsstände errang
er 1547 bei Mühlberg in Sachsen einen entscheidenden Sieg. Die
Rekatholisierung des Reiches und eine Stärkung der kaiserlichen Macht
scheiterten aber 1548 auf dem Reichstag zu Augsburg am Widerstand nicht
nur der protestantischen deutschen Fürsten. Im Passauer Vertrag 1552
wurden die Reformationsfragen bis zum nächsten Reichstag verschoben
und bis dahin freie Religionsausübung gewährt. Am 25.9.1555 schließlich
erhielten Katholiken und Protestanten im Augsburger Religionsfrieden
die endgültige Zusicherung der Religionsfreiheit. Am 25.10.1555 verzichtete
der wohl kampfesmüde und verbitterte Karl auf die Herrschaft in den
Niederlanden und am 16.1.1556 letztlich auch auf die Krone von Spanien.
Am 12.9.1556 folgte die Abdankung als römisch deutscher Kaiser zugunsten
seines Bruders Ferdinand. Karl zog sich fortan als Privatmann in die
Nähe des Klosters St.Yuste in Spanien zurück.
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