Joseph I.
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Joseph, Erzherzog von Österreich, König von
Ungarn 1687, römisch deutscher König 1690, König von Böhmen 1705 und
römisch deutscher Kaiser 1705, wurde am 26. Juli 1678 in Wien geboren.
Seine Eltern waren Kaiser Leopold I. und Eleonore Magdalene, Tochter des
Kurfürsten Philipp Wilhelm von der Pfalz-Neuburg. Am 24.2.1699 in Wien Hochzeit mit Wilhelmine
Amalie, der Tochter des Herzogs Johann Friedrich von Braunschweig-Lüneburg.
Der Ehe entstammten drei Kinder: Marie Josefa, Leopold Josef und Marie
Amalie Josefa Anna.
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Vermählungsmedaille |
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Mit sieben Jahren erhielt Joseph bedeutende
Erzieher und Lehrer. Hervorzuheben sind Otto Fürst von Salm und Franz
Freiherr von Rummel. Der selbstbewusste Knabe wurde bereits im Alter von
neun Jahren beim Reichstag in Pressburg zum König von Ungarn gewählt
und gekrönt. Am 9.12.1687 wurde die Erblichkeit dieses Königtums
anerkannt. Mit dreizehn Jahren erhielt er dann in Augsburg am 26.1.1690
die römisch deutsche Königskrone und war so designierter Nachfolger in
die Kaiserwürde. Vermehrt wurde der vielversprechende junge König
deshalb vom Vater zu den Regierungsgeschäften beigezogen, ein Umstand,
der ihm Praxis und Einblick verschaffte. Damit war er auch in der Lage,
nach dem Tod des Vaters reibungslos die Regierungsgeschäfte zu übernehmen.
Ab 5.5.1705 römisch deutscher Kaiser und auch König von Böhmen, ging
Joseph daran, die obersten Behörden zu reorganisieren. Der Kampf im
Spanischen Erbfolgekrieg wurde entschlossen weitergeführt, ein
erfahrener Stratege, Prinz Eugen, stand ihm dabei zur Seite. Wenn ihm
auch in Oberitalien das Kriegsglück nicht hold war, gelangen den Engländern
Erfolge in Barcelona und konnte der kaiserliche Bruder Karl (III.) zum König
ausgerufen werden. Prinz Eugen besiegte in der Schlacht bei Turin die
Franzosen. Am 20.9.1705 entwickelten sich in Ungarn Tendenzen, das Haus
Habsburg abzusetzen. Während nach der Belagerung von Mailand König
Ludwig XIV. von Frankreich zu Gunsten des Kaisers auf die Lombardei
verzichten musste, kam es am 21.6.1707 zum Verlust der ungarischen Krone
und der Absetzung Josephs unter der Führung von Franz II.Rakoczi. Ein
neuer Kriegsherd war entstanden. Viele, meist erfolgreiche Kämpfe der
kaiserlichen Truppen unter General Johann Graf Palffy folgten. Zur
Entlastung des in Madrid in Bedrängnis stehenden Karl III. begannen Kämpfe
in Unteritalien. 1707 ergab sich Neapel den Österreichern. Auch Papst
Clemens XI. war nun in Bedrängnis geraten und schlug sich auf die Seite
des Kaisers, indem er Karl III. als spanischen Souverän anerkannte. Völlig
unerwartet starb der Kaiser am 17.4.1711 an den schwarzen Blattern. Er
ist in der Kapuzinergruft Wien beigesetzt. Der Bruder Karl III. musste
nun Spanien verlassen, um die Nachfolge als römischer Kaiser
anzutreten. Den über Vermittlung Prinz Eugens zustandegekommenen
Frieden von Szatmar mit Gewährung einer Amnestie an die ungarischen
Adeligen konnte Joseph I. nicht mehr erleben. Franz II. Rakoczi floh
trotzdem nach Polen. |