Franz II. / I.
![]() |
![]() |
| Kaiser Franz II. | Österreich Kaiser Franz I. |
![]() |
Franz, Erzherzog von Österreich,
wurde am 12. Februar 1768 als zweites von insgesamt sechzehn Kindern in
Florenz geboren. Seine Eltern waren Leopold, Erzherzog von Österreich,
ab 1765 Großherzog von Toskana, ab 1790 römisch deutscher Kaiser und
König von Ungarn, ab 1791 auch König von Böhmen, sowie Marie Luise
Ludovica ,Tochter des Königs Karl III. von Spanien aus dem Hause
Bourbon. Am 6.1.1788 in Wien Hochzeit mit Elisabeth Wilhelmine, der
Tochter des Herzogs Friedrich II. Eugen von Württemberg. Der Ehe
entstammte die Tochter Ludovica. Am 19.9.1790 in Wien Hochzeit mit Marie
Therese, der Tochter des Königs Ferdinand I. von Neapel und beider
Sizilien. Der Ehe entstammten zwölf Kinder: Marie Luise, Ferdinand I.,
Karoline, Karoline, Leopoldine, Klementine, Josef, Karoline, Franz Karl,
Marie Anna, Johann und Amalie. Am 6.1.1808 in Wien Hochzeit mit Marie
Ludovica, der Tochter des Erzherzogs Ferdinand von Österreich-Modena.
Die Ehe blieb kinderlos. Am 10.11.1816 in Wien Hochzeit mit Karoline,
der Tochter des Königs Maximilian I. Josef von Bayern. Diese Ehe blieb
ebenfalls kinderlos. |
|
Als die
Nachricht von seiner Geburt in Wien eintraf, eilte Maria Theresia
ins Burgtheater und rief von der kaiserlichen Loge aus ins Publikum: „Kinder,
Kinder, der Poldl hat an Buam." Die Vorstellung wurde
unterbrochen und die Besucher jubelten der Großmutter zu ‑ die
Freude war verständlich, die Thronfolge im Hause
Habsburg‑Lothringen war gesichert. „Er
hat Verstand, ist aber ein wenig langsam“, urteilte acht Jahre später
eine Tante über Franz. Die Erziehung des Kleinen, der zunächst in
Florenz heranwuchs, wurde von Beginn an sorgfältig geplant und überwacht.
Die Erziehungsideale des Vaters waren geprägt von der Aufklärung.
Seine Kinder sollten ohne
Standesdünkel „zu gewöhnlichen Privatmenschen und Staatsdienern“
heranwachsen. Dazu wurde bereits zu Kurfürst Ferdinand ausgeführt. Als
Franz sechzehn Jahre alt war, holte ihn sein Onkel, Kaiser Joseph II.,
der keine Kinder hatte, nach Wien, um ihn zum Nachfolger auszubilden.
Nach dem Tode Josephs II. 1790 und dem seines Vaters Leopold II. war es
soweit. Am 1. März 1792 trat Erzherzog Franz in Wien die Nachfolge an.
Bereits am 20.4.1792 überschattete die Kriegserklärung von Frankreich
an Österreich und Preußen (1.Koalitionskrieg) diesen
Regierungsantritt. Am 6.6.1792 erfolgte die Krönung zum König von
Ungarn, am 5.7.1792 in Frankfurt die Wahl zum römisch deutschen Kaiser,
am 14.7.1792 die Kaiserkrönung, am 9.8.1792 die Krönung zum König von
Böhmen. Das erste Regierungsjahr des vierundzwanzigjährigen Kaisers
stellte an ihn ungewöhnliche Anforderungen, denen er kaum gewachsen
schien. Er verließ sich zunächst auf den Rat seiner Erzieher und auf
bewährte Berater seiner Vorgänger. In den folgenden Koalitionskriegen
ging es Franz ebenso um die Wiederherstellung der absoluten Monarchie
wie um Landeserwerb. Bereits der erste Ansturm scheiterte bei Valmy. An
der Italienfront siegte der junge Napoleon Bonaparte, der dem Reich den
Todesstoß versetzen wollte. Schon 1797 war das linke Rheinufer von
Basel bis zur Mündung in der Hand der Franzosen. Mit Friedensschluss
von Campo Formio verlor Österreich die österr. Niederlande und die
Lombardei an Frankreich. Mit Kriegserklärung vom 12.3.1799 begann der
2.Koalitionskrieg und verlor Österreich mit dem Friedensschluss von
Luneville weitere Gebiete, darunter auch die Toskana. Die Verhältnisse
im Reich entglitten dem Kaiser, sogar sein Kaisertum an sich schien gefährdet.
Franz II. reagierte auf die Situation des zerfallenden Römischen
Reiches Deutscher Nation mit der Mitteilung an die Staatskonferenz am
10.8.1804, dass er den Titel „Kaiser von Österreich“ annehmen
werde. Am 11.8.1804 wurde Kaiser Franz II. Kaiser von Österreich
(erbliches Kaisertum) und nannte sich ab diesem Zeitpunkt Franz I. Am
6.8.1806 legte er schließlich die römisch deutsche Kaiserkrone nieder.
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hatte damit aufgehört zu
existieren. Trotz seines Hasses auf Napoleon verheiratete Franz I. am
1.April 1810 seine Tochter Marie Luise mit dem Korsen. Aus den
Befreiungskriegen 1813 bis 1815 ging Österreich mit einer Ländermasse
hervor, wie sie kein Habsburger zuvor besessen hatte. 1805 war Österreich
auch das Kurfürstentum Salzburg zugefallen. Am 14.Jänner 1806 wurden
die Salzburger - und Berchtesgadener - aus dem Erbhuldigungseid zu
Kurfürst Ferdinand entlassen. Mitte Februar unterzeichnete Franz I.
die Urkunde über die Besitznahme. Seine Lebensführung war
einfach und von Nüchternheit geprägt. Außer bei festlichen Anlässen
trug er stets einen schlichten Bürgerrock. Gerade und liebenswürdig,
hatte er einen trockenen Witz, der ihn überall beliebt machte. Seine
Gewohnheit, selbst die kleinsten Aktenstücke genau zu studieren und höchstpersönlich
zu erledigen, brachte es mit sich, dass sich in den Kanzleien große Rückstände
ansammelten. In Stunden der Freizeit versuchte er sich als Tischler und
widmete sich der Bestimmung von Pflanzen und Käfern. Im Theater
gefielen ihm Lustspiele und Volksstücke am besten. Franz I. war sehr
familienbezogen. Insgesamt hatte der Kaiser dreizehn Kinder, von denen
aber sechs frühzeitig verstarben. In kulturpolitischen Angelegenheiten
verfolgte Franz die josephinische Linie, also Staatskirchentum, religiöse
Toleranz und Förderung des Schulwesens. Auf wirtschaftlichem Gebiet
ergingen zahlreiche Reformen. Die vielen unter Franz in Böhmen und Mähren
errichteten Textil- und Maschinenfabriken gingen 1918 für Österreich
verloren. Für bildende Kunst und Literatur zeigte er hingegen wenig
Sinn. Der Kaiser war vor 1826
nie ernstlich krank. Am 24. Februar 1835 überfiel ihn ein „entzündliches
Fieber“, das am 2.3.1835 in Wien zu seinem Tod führte. Franz stand im
67. Lebensjahr und hatte 43 Jahre lang regiert. Er ist in der
Kapuzinergruft in Wien beigesetzt.
|