Ferdinand II.
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Ferdinand, Erzherzog von Österreich, Regent
in Innerösterreich 1595, König von Böhmen 1617, König von Ungarn
1618, römisch deutscher Kaiser 1619, wurde am 9.7.1578 in Graz geboren.
Seine Eltern waren Erzherzog Karl, Landesfürst von Innerösterreich,
und Marie, Tochter des Erzherzogs Albrecht V. von Bayern. Somit war
Ferdinand ein Enkel Kaiser Ferdinands I.. Am 23.4.1600 in Graz Hochzeit
mit Maria Anna, der Tochter des Herzogs Wilhelm V. von Bayern. Der Ehe
entstammten sieben Kinder: Christine, Karl, Johann Karl, Ferdinand III.,
Marie Anna, Cäcilie Renate und Leopold Wilhelm. Am 4.2.1622 in Innsbruck Hochzeit mit Eleonore
Gonzaga, der Tochter des Herzogs Vinzenz I. von Mantua, nachdem die
erste Gattin bereits am 8.3.1616 verstorben war. Aus der zweiten Ehe
gingen keine Kinder hervor.
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| Maria Anna | Eleonora |
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Ferdinand wurde von Jesuiten erzogen und hatte
wohl deshalb eine tiefe Abneigung gegen den Protestantismus. Zeitlebens
trat er für Rekatholisierung und Gegenreformation ein. Bereits im Jahre
1612 überließ Kaiser Matthias seinem Vetter Ferdinand die Steiermark,
Kärnten und Krain. Am 29.6.1617 erfolgte die Wahl zum böhmischen König
mit Krönung im St.Veits-Dom in Prag. Die Anerkennung als König von
Ungarn folgte am 16.5.1618. Aus Protest gegen Ferdinands religiöse
Haltung in Böhmen warfen am 23.5.1618 böhmische Aufständische die
kaiserlichen Räte Statthalter Jaroslav Graf von Martiniz, Wilhelm Graf
von Slavata und den Schreiber Philipp Fabrizius aus einem Fenster der
Prager Burg. Leicht verletzt gelang diesen die Flucht. Der Prager
Fenstersturz war der Beginn des böhmischen Aufstandes, der letztendlich
im Dreißigjährigen Krieg eskalierte. Am 1.7.1618 wurde Ferdinand in
Pressburg zum König von Ungarn gekrönt. Die Böhmen setzten Ferdinand
allerdings am 19.8.1619 als König ab, indem die seinerzeitige Wahl für
ungültig erklärt wurde. Der Führer der protestantischen Union, Kurfürst
Friedrich V. von der Pfalz, der Schwiegersohn Königs Jakob I. von
England, wurde zum neuen böhmischen König gewählt. Ferdinand hingegen
wurde am 28.8.1619 einstimmig in Frankfurt zum römisch deutschen Kaiser
gewählt und am 9.9.1619 dort auch gekrönt. Er verbündete sich mit den
Bayern und der katholischen Liga und
fügte den Böhmen in der Schlacht am Weißen Berg 1620 eine schwere
Niederlage zu. Der am 4.11.1619 gekrönte Friedrich V. wurde von
Ferdinand am 8.11.1620 abgesetzt, weshalb Friedrich vielfach auch als
„Winterkönig“ bezeichnet wird. Er floh nach dieser Niederlage von
der Pfalz nach Holland. Die Böhmen sollten die Folgen ihres Aufstandes
zu spüren bekommen. Ferdinand verstärkte die Rekatholisierung,
beschlagnahmte die Güter protestantischer Adeliger und zwang sie zur
Emigration. Gleichzeitig musste Ferdinand aber auch gegen die
ungarischen Protestanten Krieg führen. Dort war am 27.8.1620 der
Protestant Gabriel Bethlen von Iktar, Fürst von Siebenbürgen, zum
ungarischen König ausgerufen worden. Nach seinem Sieg über die Ungarn
zwang Ferdinand seinen Gegenkönig Bethlen zum Verzicht auf die Krone.
Mit 10.5.1621 legte Ferdinand die Unteilbarkeit der österreichischen
Erbländer fest, schloss aber selbst mit seinem Bruder Karl am
23.10.1623 einen Erbteilungsvertrag ab, der Karl die Grafschaft Glatz,
die Herzogtümer Oppeln und Ratibor sowie die Markgrafschaften Burgau,
Nachod und Freudenthal zufallen ließ. Im Reich waren die kaiserlichen
Truppen unter Graf Tilly und Albrecht von Wallenstein erfolgreich. Am
7.9.1623 wurde Wallenstein in den Reichsgrafenstand erhoben, ab
13.6.1625 auch zum Herzog von Friedland. Am 24.9.1625 durchbrach
Ferdinand II. nochmals die verfügte Unteilbarkeit der habsburgischen
Erblande, indem sein Bruder Leopold in Tirol und den Vorlanden
Landesherr wurde. Im August 1628 erging die Aufforderung an die
protestantischen Adeligen, binnen Jahresfrist den katholischen Glauben
anzunehmen oder das Land zu verlassen. 1629 folgte das Restitutionsedikt
mit der Verfügung der Rückgabe aller protestantischen geistlichen
Gebiete an die Katholiken. Dadurch verstärkte sich der Widerstand der
Protestanten erneut. Nach den Schlachterfolgen des schwedischen Königs
Gustav II. Adolf , vor allem in der Schlacht bei Leipzig, wandte sich
das Kriegsglück in der Schlacht bei Lützen, in der Gustav II.Adolf
fiel. Auch der Friede von Prag war noch nicht dauerhaft. Der Dreißigjährige
Krieg sollte noch weitere dreizehn Jahre andauern und erst unter Kaiser
Ferdinand III. sein Ende finden. Der Kaiser verstarb am 15.2.1637 in Wien an
den Folgen einer Lungenentzündung. Er ist in Graz im Mausoleum am Dom
beigesetzt.
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Friedrich V. |
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Gussmedaille von Christian Maler auf die Kaiserkrönung |
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