Ferdinand III.
|
|
![]() |
Ferdinand, Erzherzog von Österreich, König
von Ungarn 1625, König von Böhmen 1627, römisch deutscher König 1636
und römisch deutscher Kaiser 1637, wurde am 13. Juli 1608 in Graz
geboren. Seine Eltern waren Kaiser Ferdinand II. und Maria Anna, Tochter
des Herzogs Wilhelm V. von Bayern. Am 20.2.1631 in Wien Hochzeit mit Maria Anna,
der Tochter des Königs Philipp III. von Spanien. Dieser Ehe entstammten
sechs Kinder: Ferdinand IV., Maria Anna, Philipp August, Maximilian
Thomas, Leopold I. und Marie. Am 2.7.1648 in Linz Hochzeit mit Marie
Leopoldine, der Tochter des Erzherzogs Leopold V. von Tirol. Aus dieser
zweiten Ehe des Kaisers ging ein Sohn, Karl Josef, hervor. Am 30.4.1651 in Wiener-Neustadt Hochzeit mit
Eleonore Gonzaga, der Tochter des Herzogs Karl II. von Mantua. Dieser
Ehe entstammten vier Kinder: Therese Marie Josefa, Eleonore Marie
Josefa, Marie Anna Josefa und Ferdinand Josef Alois.
|
|
|
|
Ferdinand III. Maria Anna |
|
Ferdinand wurde, wie auch schon sein Vater,
von Jesuiten erzogen. Nach dem frühen Tod der Brüder Karl und Johann
Karl war er als Nachfolger an der Reihe. Noch nicht achtzehn Jahre alt,
wurde er am 27.11.1625 beim Reichstag in Ödenburg zum König von Ungarn
gewählt. Die Krönung fand am 8.12.1625 in Pressburg statt. Zwei Jahre
später, am 26.11.1627, Krönung zum böhmischen König im St.Veits-Dom
in Prag. Ferdinand, bereits ein anerkannter Gelehrter,
Musiker und Förderer der Künste studierte unter anderem auch
Kriegswissenschaften und konnte sich selbst mit Wallenstein messen. Es
verwunderte daher nicht, dass er nach dessen Ermordung im Jahre 1634 den
Befehl über die kaiserlichen Truppen übernahm. Klug und taktisch
geschickt geführt, konnte das kaiserliche Heer bei Nördlingen die
Schweden besiegen. Am 22.12.1636 erfolgten in Regensburg Wahl und
Krönung zum römisch deutschen König. Bereits am 15.2.1637 trat
Ferdinand auch die Nachfolge als römisch deutscher Kaiser an. Bei
Regierungsantritt fand er ein schweres Erbe vor. Unzählige Kriege mit
wechselndem Kriegsglück waren gegen schwedische und französische Heere
zu führen bis endlich am 24.10.1648 mit dem Westfälischen Frieden der
Dreißigjährige Krieg beendet werden konnte. Nun war das römisch
deutsche Reich nur noch ein lockerer Staatenbund. Die Stellung des Kaisers war empfindlich
geschwächt. Alle Versuche, die kaiserliche Macht wieder zu stärken,
schlugen fehl. Am 31.5.1653 gelang es dem Kaiser, die Wahl seines
Sohnes, Erzherzog Ferdinand, zum römisch deutschen König
durchzusetzen. Dieser verstarb aber bereits am 9.7.1654 in Wien an den
Blattern. Der Kaiser, tief getroffen, zog sich daraufhin zurück, sorgte
nur mehr für die Krönung des Zweitgeborenen, Erzherzog Leopold, zum König
von Ungarn und Böhmen. Am 2.4.1657 starb Ferdinand III. in Wien. Er ist, wie auch seine drei Gemahlinnen und zehn seiner Kinder, in der Kapuzinergruft Wien beigesetzt.
|