Salzburg zur Zeit der Römer

 

 

Die römische Provinz Noricum

Im Jahre 15 vor Chr. unterwarfen Tiberius und Drusus, die Stiefsöhne des römischen Kaisers Augustus, mit der Schlacht am Bodensee die Schweiz, Tirol, Schwaben und Bayern. In der Gegend von Salzburg verlief dann die Grenze zwischen der römischen Provinz Raetien und dem norischen Königsreich. Die Eroberung des Alpenraumes durch die Römer führte zum Ausbau von Straßen und römischer Infrastruktur. Unter Kaiser Claudius wurde auch der Rest des Königreiches Noricum zur römischen Provinz. In der darauffolgenden mehr als 400-jährigen Römerherrschaft wurde das keltische Element in Salzburg weitgehend romanisiert. Die Bevölkerung besiedelte nunmehr neue römische Ortschaften im Tal. Iuvavum (Salzburg) erhielt von Kaiser Claudius das Stadtrecht im Rang eines "muncipium" und war die erste Siedlung mit einer städtischen Selbstverwaltung nördlich der Alpen. Bereits unter Kaiser Nero dürfte die Stadt bereits das Ausmaß der heutigen Altstadt erreicht haben und war schon beiderseits der Salzach besiedelt. Neben der römischen Staatsreligion war der Mater magna-Kult und der Mithras-Kult verbreitet. Auch keltische Götter wurden noch verehrt. Grabinschriften nach dienten Salzburger in der Legio XV Apollinaris in Carnuntum. In Salzburg selbst war keine Legion stationiert. Rund um die Stadt Salzburg und im Flachgau entstanden nun zahlreiche römische Gutshöfe samt den dazu gehörigen Gewerbebetrieben. Auch wurde am Untersberg bereits Marmor abgebaut. Schwere Verwüstungen brachten die Markomannen- und Quadenkriege unter Kaiser Marc Aurel. Um 171 nach Chr. wurde Iuvavum zerstört und erst wieder unter Kaiser Septimus Severus wiederhergestellt. Diesem Neubeginn folgten die Einfälle der Alemannen in den Jahren 213 und 233 nach Chr.. Aus der Zeit der Alemanneneinfälle stammt ein Schatz von über 2300 römischen Münzen, der an der Ecke Paris-Lodron-Straße/Dreifaltigkeitsgasse am Mitterbacherbogen gehoben werden konnte. Zu den äußeren Gefahren kamen die Spannungen im Inneren des römischen Reiches. Rasch wechselnde Soldatenkaiser führten zu einem wirtschaftlichen Niedergang. Unter Kaiser Diocletian wurde Noricum in die Provinzen Binnen- und Ufernoricum geteilt. Eine letzte Blüte und kurze Zeit des Friedens erlangte Salzburg nochmals unter Kaiser Konstantin dem Großen. Im 4. Jahrhundert wurden als Folge der ständigen Angriffe germanischer Stämme die Gutshöfe nahezu aufgegeben und zog sich die Bevölkerung in die Stadt Iuvavum und auf wenige befestigte Plätze (Kuchl, Georgenberg ...) zurück. Im 5. Jahrhundert fielen die Goten, Vandalen, Alanen und Hunnen in Noricum ein. Der christliche Glaube in jener Zeit wurde vermutlich von römischen Kaufleuten, Soldaten und Beamten in Salzburger Gebiete gebracht. Das Wirken des Heiligen Severin verhinderte nochmals den Zusammenbruch der römischen Herrschaft. Im Jahre 488 befahl Odoaker den Abzug der römischen Bevölkerung aus Noricum, lediglich Teile des armen Landvolkes verblieben und haben in den weiteren 200 Jahren die Völkerwanderung überdauert. Manche Namen, wie zum Beispiel Straßalchen, Seewalchen, Wals etc., deuten auf den Fortbestand der Romanen hin.