Salzburg zur Zeit des Erzbischofs Liechtenstein 

Das Stadtbild von Salzburg wurde unter Erzbischof Liechtenstein nicht gravierend verändert. Bedingt durch die Austreibung der Protestanten unter Erzbischof Firmian, dem Österreichischen Erbfolgekrieg und der Gefahr aus Bayern war das Erzbistum in eine angespannte finanzielle Lage geraten. Jakob Ernst versuchte durch drastische Sparmaßnahmen diese Schulden zu begleichen, weshalb es während seiner nur zwei Jahre, vier Monate und dreißig Tage dauernden Regierungszeit weder zu großen Bauten noch zu Verschönerungen kam. Einige Monate vor seinem Tod gründete er ein Leihhaus (Dorotheum) mit einem Stiftungskapital von 33.000 Gulden, zu welchen später noch weitere 20.000 Gulden hinzukamen. Die Leihhäuser sind im 15. Jahrhundert entstanden und hatten den Zweck, vor Ausbeutung und Wucher zu schützen. Das anfänglich "Mons pietatis" genannte Salzburger Leihhaus, später als "Versatzamt oder mildes Leihhaus" bekannt, wurde durch den frühen Tod Liechtensteins erst unter seinem Nachfolger adaptiert. Dieses heute nicht mehr existierende Gebäude stand auf dem Makartplatz (damals Hannibalgarten) unmittelbar gegenüber der Dreifaltigkeitskirche. Das Portal dieses 1907 geschliffenen Gebäudes ziert heute das Gebäude der Salzburger Sparkasse Bank AG auf dem Alten Markt.

Nach Salzburg brachte Erzbischof Liechtenstein eine etwas "frischere" Luft. Im Gegensatz zu dem eher abgeschieden lebenden Erzbischof Firmian hielt er häufig offene Tafeln und auch Maskenbälle. Von lokaler Bedeutung war die Errichtung einer Berghauptmannschaft in Lend. Offenbar hoffte der Erzbischof die Finanzwirtschaft durch eine reichere Bergausbeute zu heben. Fast die ganze Regierungszeit herrschte Streit mit dem Domkapitel wegen der drastischen Sparmaßnahmen, der Nichtanerkennung von während der Sedisvakanz vorgenommenen Beförderungen, wegen der Schmälerung der Besoldung und Herabsetzung der Offiziersgagen. In seine Regierungszeit fiel auch ein Streik der Brauer von Kaltenhausen. Anlässlich des Durchzuges waren kaiserliche Artilleristen in den Riedenburger Kasernen untergebracht und kam es zu größeren Raufereinen zwischen den Soldaten und Studenten. Die militärischen Uniformen wurden von Rot in Weiß, jene der Edelknaben von Rot in Blau geändert.

Im ländlichen Bereich gab es im Jahre 1746 einen Großbrand in Mittersill, dem 39 Objekte zum Opfer fielen. 1747 brannte Goldegg größtenteils ab.