Salzburg zur Zeit der Kelten

 

Aus der Zeit der Kelten sind uns einige Münzen und Inschriften erhalten. Die Kelten, der indogermanischen Völkerfamilie angehörend, drangen auf verschiedenen Wanderungen in weite Teile Europas, so auch auf Salzburger Gebiet vor. Ihr Siedlungsschwerpunkt lag auf geschützten Höhen, wie zum Beispiel auf dem Georgenberg bei Kuchl. Um 600 vor Chr. setzte eine Machtkonzentration in den Händen weniger keltischer Familien ein, die ihren Machtbereich gegen andere Fürsten verteidigten. Raubzüge mit dem Ziel, Vieh aber auch Menschen zu erbeuten, um Letztere als Sklaven zu verkaufen, waren keine Seltenheit. Die Kelten lebten nach Riten einer Naturreligion, in der Quellen, Steine, Bäume usw. göttlich verehrt wurden. Besonders wurde Cernunnos, ein Hirschgott, verehrt. Dieser sollte den Verstorbenen den Einzug ins Paradies sichern. Am Biberg bei Saalfelden wurde ein Bronzehirsch gefunden. Reste der keltischen Religion hielten sich noch lange nach der Christianisierung. Der hl. Severin stellte nach 450 noch heidnische Geheimriten fest. Viele Orts-, Gewässer- und Flurnamen sind keltischer Herkunft: Anif, Gnigl, Adnet, Lammer, Fritz, Gastein, Rauris etc.. Die Kelten bildeten eine aristokratische Oberschicht, betrieben Handel und Bergbau und überließen die Bewirtschaftung des Bodens vorwiegen der ansässigen Vorbevölkerung. Der Bedarf von Arbeitskräften für die Salzproduktion führte zu einem raschen Zuwachs der Bevölkerung. Am Dürrnberg wurde am 26.11.1577 "ein (keltischer) Mann im Salz" gefunden, ein ähnlicher Fund gelang im Jahre 1616. Der wohl bedeutendste Fundgegenstand aus der Keltenzeit ist die berühmte Schnabelkanne, die 1932 gefunden wurde. Mit den Römern standen die Kelten in einem Bündnis- und Schutzverhältnis. Im Ostalpenraum bildete sich ab 200 vor Chr. als loser Verband verschiedener keltischer Stämme das norische Königreich. Auch das Salzburger Gebiet gehörte fortan zu Noricum.


<--
Back